Der "KMU im Fokus"-Bericht fasst alle relevanten Daten und Fakten zu KMU in Österreich zusammen.
Im Jahr 2025 ist der wirtschaftliche Tiefpunkt überwunden, die Entwicklung der KMU bleibt dennoch moderat. Die Anzahl der KMU in Österreich wächst um 0,5%, während die Beschäftigungszahlen und die reale Bruttowertschöpfung stagnieren. Mit einem Anteil von 56 % an der Bruttowertschöpfung zeigen Österreichs KMU nach wie vor ihre hohe Bedeutung für die österreichische Wirtschaft.
Die österreichische KMU-Landschaft weist einen hohen Anteil an hochspezialisierten Nischenmarktführern auf. Damit zählt Österreich gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Hidden Champions. Mit 44 % exportieren österreichische KMU mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland als der EU-Durchschnitt (28 %) und sind damit am internationalen Markt erfolgreich. 31 % der kleinen und mittleren Unternehmen haben im letzten Jahr umweltfreundliche Innovationen eingeführt (EU: 21 %) und 61 % sind mit der aktuellen Unterstützung für den grünen Wandel zufrieden (EU: 44 %).
83 % der KMU sehen administrative und regulatorische Anforderungen als Problem im Geschäftsalltag (EU: 64 %) (zum Thema siehe auch unsere Studie: Bürokratiebelastung der gewerblichen Wirtschaft in Niederösterreich). Mehr als 70 % betrachten die Arbeitskosten als Hemmnis für die Wettbewerbsfähigkeit. Bei der Nutzung von KI (73 %) und Online-Verkäufen (23 %) liegen Österreichs kleine und mittlere Unternehmen im EU-Mittelfeld (71 % und 20 %). In den Bereichen Cloud und Datenauswertung haben sie gegenüber dem Rest der EU noch Aufholbedarf. Nur 43 % der KMU finden genügend Fachkräfte, womit sie schlechter dastehen als der EU-Durchschnitt (55 %).
Der Schwerpunkt des Berichts liegt auf der Darstellung der Situation von KMU entlang ihrer zentralen Entwicklungsphasen – von der Gründung bis zur Schließung. Dabei werden auch wichtige Wirtschaftsbereiche und Branchen betrachtet.
Die drei größten Wirtschaftsbereiche (gemessen an der Wertschöpfung) sind die Herstellung von Waren (2023: rd € 72 Mrd bzw. 24 % der Wertschöpfung der marktorientierten Wirtschaft), der Handel (€ 47 Mrd bzw. 16 %) und der Bau (€ 26 Mrd bzw. 9 %).
Über alle Branchen und Phasen hinweg zeigen sich Handlungsfelder, die für die Entwicklung von KMU von zentraler Bedeutung sind. Dazu gehören der Zugang zu Finanzierung, die Verfügbarkeit von Fachkräften, wettbewerbsfähige Kosten, die digitale und ökologische Transformation sowie der Abbau bürokratischer Anforderungen.
Der "KMU im Fokus"-Bericht wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus erstellt.