Unsere Senior Researcherin Mag. Christina Enichlmair hat letzte Woche im Rahmen des oe24-Roundtables Bürokratie – Gewerbe und Handwerk mit Mst. Ing. Manfred Denk MBA, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Österreich, Petra Schinnerl, MSc, Geschäftsführerin der Schinnerl Metallbau GmbH, und Mag. Stefan Chalupnik, Geschäftsführer der G. Coreth Kunststoffverarbeitung, über den Bürokratieabbau in Österreich gesprochen.
Der gesamte bürokratische Aufwand in Österreich verursacht für Unternehmen pro Jahr Kosten in Höhe von € 21,1 Mrd. Das entspricht € 320 Mio Arbeitskosten und bindet rund 200.000 Arbeitskräfte, die ausschließlich mit bürokratischen Aufgaben beschäftigt sind. Diese Zahlen beruhen auf Hochrechnungen für 2026, die auf der Studie „Bürokratiebelastung der gewerblichen Wirtschaft in Niederösterreich“ (2024) sowie auf Daten der Statistik Austria basieren.
Christina Enichlmair betont, dass diesen Zahlen ein weiter Bürokratiebegriff zugrunde liegt, der alle bürokratischen Belastungen in Form von Arbeitszeit und externen Kosten umfasst, die Unternehmen durch die Erfüllung von Rechtsvorschriften regelmäßig entstehen. Bürokratie bietet jedoch auch Planungs- und Rechtssicherheit, da die Vorschriften für alle Unternehmen gelten.
Manfred Denk führt aus, dass 99,7 % aller Unternehmen kleine und mittlere Betriebe sind, die häufig keine eigene Abteilung für bürokratische Auflagen haben und die Vorschriften neben der eigentlichen Arbeit bewältigen müssen. Petra Schinnerl verdeutlicht, dass die Summe der Kleinigkeiten diesen großen Aufwand ausmacht.
Auch die Ergebnisse unserer Studie aus dem Jahr 2024 zeigen, dass die Bürokratiebelastung nicht durch einzelne Gesetze und Vorschriften entsteht, sondern durch die Vielzahl an Genehmigungen, Dokumentations-, Berichts- und Meldepflichten. Um die Bürokratie zu reduzieren, müssen demnach unter anderem Pflichten reduziert, vereinfacht und vereinheitlicht werden. Schnellere Abwicklungsverfahren und die kontinuierliche Prüfung bisheriger Vorschriften wurden auch von Frau Schinnerl und Herrn Chalupnik als besonders relevant erachtet.